Vancouver: Laura Sch.

Im Land des Ahornblattes

Schon nach kurzer Zeit war mir klar: Die Kanadier muss man einfach in sein Herz schließen. Schon bei meiner Ankunft am Flughafen in Vancouver waren die Menschen überaus hilfsbereit und offen. Und auch Dank der Organisation war es leicht, sich in der  grünen Metropole Vancouver zurechtzufinden.

Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, mein Jahr in Whistler zu verbringen. Mit dem Bus nahm ich den Sea-to-sky-Highway und diese Straße ist mit Abstand das Faszinierendste, das ich bisher in meinem Leben gesehen habe: Die Straße verläuft direkt an der Küste, so dass man auf der einen Seite die Berge und auf der anderen Seite das Meer sieht! Euch werden die Augen rausfallen!

In Whistler angekommen fand ich schnell eine WG mit zwei Engländern, und einen Job in einem netten Cafe hatte ich auch in Aussicht. In dem Cafe hatte ich eine vierwöchige Einarbeitungsphase zu absolvieren; danach war meine Ausbildung zur Barista abgeschlossen. Meine Mitarbeiter kamen aus aller Welt: Australier, Finnen, Engländer, Chinesen. Es hat unheimlich Spaß gemacht, in so einem internationalen Team zu arbeiten,  und man verschwendet kaum einen Gedanken an Deutschland, da man von jedem neuen Tag in Kanada überwältigt ist. Ab und an kam es vor, dass sich ein Deutscher Gast in das Cafe verlaufen hat; die verdutzten Gesichter, wenn ich auf Deutsch geantwortet habe, werde ich nie vergessen J

Als es auf den Winter zuging, habe ich dann auf Grund der frühen Schichten weniger im Cafe gearbeitet, sondern mir einen anderen Job als Hostess in einem Restaurant gesucht: Dort stand ich abends an der Rezeption, nahm Reservierungen auf und war für das Wohlbefinden der Gäste verantwortlich. Es war der richtige Job, um möglichste viele Menschen kennen zu lernen: Gäste, Küchenpersonal, Kellner, Manager…. alle mussten an mir vorbei.

In Kanada wird sehr großer Wert auf ein gutes Arbeitsklima gelegt: Mitarbeiter erhielten 50% Rabatt auf Essen und Getränke und alle zwei Monate fanden Mitarbeiter-Partys statt. Es gab sogar ein eigenes Baseball-Team, das nur aus Mitarbeitern des Hauses bestand. Später  zog ich sogar mit zwei australischen Arbeitskollegen zusammen, und wir wurden im Laufe des Jahres sehr gute Freunde. Überhaupt war es nicht schwer, Anschluss zu finden, da man nach der Arbeit immer noch ein Bier zusammen trinken ging. Danach landete man meist noch in einem der zahlreichen Clubs in Whistler und lernte das Lieblingsgetränk der Kanadier kennen: „Jägerbombs“

Da ich nun vor allem abends arbeitete, hatte ich den Vormittag über Zeit zum Ski fahren: Powder soweit das Auge reicht. Ich empfehle jedem, der ein bisschen was für Schnee, Ski oder Snowboarding übrig hat, nach Whistler zu gehen. Whistler ist gerade groß genug, so dass es NIE langweilig wird, und gerade klein genug, so dass man schnell die Einheimischen kennen lernt.

Whistler ist ein Skiresort, d.h. es wimmelt von gut gelaunten  Touristen und man empfindet jeden Tag als Wochenende, da immer etwas geboten wird. Auch die „Locals“  sind relaxter und weniger gestresst als in den Städten, und ich bezeichne Whistler gern als mein kleines „Hippie-Dorf“ – ein multi-kulti Mix an Persönlichkeiten aus aller Welt.

Mein Tipp zum Schluss: Lass dich auf das Land und die Leute ein! Hab keine Angst vor Braunbären! Du wirst die beste Zeit deines Lebens haben. Versprochen!

Laura