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Daniela P. berichtet aus Paris (Frankreich)

Paris. Eine Weltstadt mit einer endlosen Liste an Sehenswürdigkeiten. Der Eiffelturm. Der Triumphbogen. La Cathédrale Notre Dame. Der Montmartre mit seiner Basilika und den Treppen. Der Louvre. Le Jardin du Luxembourg. Mehr als 27 Millionen Menschen strömen wegen dieser unglaublichen Auswahl an Kulturgütern jährlich in Frankreichs Hauptstadt um sie unsicher zu machen!
Mittendrin in diesem ganzen Rummel - direkt auf der Champs Elysées - in der Filiale einer französischen Fast-Food-Kette, ausgerechnet zu Beginn der Schönwetterphase sollte ich arbeiten.

3 Monate lang wollte ich dort also versuchen, meinem Französisch zu neuen Höhen zu verhelfen - allein, ohne vorher nochmal einen Kurs besucht zu haben. Meine schulischen Vorkenntnisse und das, was ich bereits bei einem Sprachaufenthalt in Montreal gelernt hatte, mussten reichen. Bei diesen Voraussetzungen schrie das Abenteuer ja förmlich meinen Namen!
Nicht nur, dass man, wenn man ankommt natürlich erst mal keinen kennt - außer vielleicht seiner Vermieterin/Mitbewohnerin oder Betreuerin bei der Partnerorganisation. Man muss sich auch gezwungenermaßen erst mal mit dem System der öffentlichen Verkehrsmittel auseinandersetzen. In diesem Punkt machte ich es mir leicht. Ich strich Bus, RER (Zugverkehr innerhalb von Paris) und Verleihräder von meiner Transportliste und da blieb übrig: Die Metro mit ihren überschaubaren 14 Linien.

Dann gilt es Supermarkt, Drogerie, Bäcker und was sonst noch so alles fürs tägliche Leben benötigt wird, ausfindig zu machen. Auch dass geht in Paris relativ einfach, denn überall gibt es kleine Tante-Emma-Läden, die schon mal bis nach Mitternacht und auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben. 
So weit schon mal eingelebt ging es dann auch für mich weiter zum nächsten, riesigen Schritt: Arbeitsbeginn! Gleich am ersten Tag wurde mir nach 30 minütiger Einführungsphase die alleinige Verantwortung für die Eistheke überlassen, die, sobald die Temperaturen stiegen, aufgebaut wurde um das übliche Sortiment bestehend aus Baguette-Sandwiches und Desserts zu bereichern. Nicht nur mit völlig fremden Arbeitsabläufen konfrontiert zu werden, sondern dass auch noch in einer Sprache, die man nicht fließend beherrscht ist definitiv eine Herausforderung! Aber wozu sind die denn da, wenn nicht, um gemeistert zu werden? Solange bis ich die Grundfloskeln des Fast-Foods fließend auf Französisch beherrschte, stand ich ausschließlich am Eis. Als mich dann nach 3 Wochen so weit gefangen hatte, dass ich nicht mehr bei sämtlichen französischen Kunden 3 Mal nachfragen musste um auch wirklich sicher zu sein, was von mir verlangt wurde, durfte ich hinter die "große Theke".
Der Ort also, an dem es darum geht das bestellte Essen so zügig wie möglich mit sämtlichem dazugehörigen Zubehör vom Besteck über Zucker zu Servietten aufs Tablett oder in die Tüte zu packen. Während die Eiskunden geduldig und amüsiert reagierten, wenn sie auf meinen verständnislosen Blick trafen, kann man sich das im Mittagsgeschäft nicht leisten, wenn der Laden voller Büroangestellte und Touristen ist, die möglichst schnell wieder hinaus in die Sonne möchten.

Die Zeit in der Arbeit verging für mich jedes Mal wie im Flug - schließlich war ich ständig beschäftigt. Es sei denn, ich stand an einem verregneten Tag am Eisstand, dafür interessiert sich dann natürlich keiner. Obwohl ich also sowohl sprachliche als auch arbeitstechnische Fortschritte machte, kam ich vom Eisstand doch nie ganz los - was wohl daran lag, dass sich sämtliche alteingesessenen Kollegen weigerten, ganz allein isoliert in der Gegend rumzustehen - ohne die Möglichkeit auf einen kleinen Plausch unter Kollegen. 
Da man in Frankreich üblicherweise nur 35 Stunden pro Woche arbeitet und da meine Arbeitszeiten meistens vom späten Nachmittag bis kurz vor Mitternacht gingen, blieb noch genügend Zeit um Paris zu erkunden. Sonnige Vormittage, die man in einem der unzähligen Parks verbringen kann. Freie Tage, die sich herrlich für Streifzüge kreuz und quer durch die Stadt eigneten. Regentage, in den man wunderbar die Cafes und Geschäfte Paris' näher begutachten kann.
Ob ich alles gesehen habe, was Paris einem bieten kann? Wohl kaum. Ich habe weder eine Show im Moulin Rouge gesehen noch die Wiese vor dem Eiffelturm in eine Party Location verwandelt. Und doch habe ich viel mehr als nur die üblichen, von Touristen hastig abgeklapperten Sehenswürdigkeiten miterlebt. Einem umfangreichen Reiseführer - mit dem mich eine ausgeprägte Hassliebe verband - und den Tipps von Einheimischen sei Dank.

Ein tolles Erlebnis ist ein Auslandsaufenthalt allemal - Ich lernte dabei so vieles: Die Eigenheiten der Französischen Sprache. Die Gewissheit, dass sie mich trotzdem auch zukünftig begleiten würde - in Form eines Studiums. Die kleinen kulturellen Unterschiede. Sich mit Begeisterung ins Unbekannte zu stürzen. Und: Wie man die perfekten, französischen Crêpes zaubert!

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